Vereinsunterseite

Gründung 1949

Alles nahm im Frühjahr 1949 seinen Anfang.

In den damals noch selbständigen Gemeinden Flüren und Diersfordt gab es keine Sporttreibenden Vereine. Auch fehlte es an den hierfür erforderlichen Sporteinrichtungen.

Die beiden in Flüren und Diersfordt bestehenden Schützenvereine sowie die Feuerwehr von Diersfordt veranstalteten auf dem “Sandkamp” zwei Fußballspiele. Das erste leitete der verstorbene Bolko Graf von Stoltenberg-Wernigerode mit einem Anstoß ein.

Diese beiden Fußballspiele hatten die Sportbegeisterung in beiden Gemeinden geweckt. Sie sollte sich in den folgenden Jahren unvermindert fortsetzen. Am 25.06.1949 kamen in der “Waldschenke” Bürger aus den Gemeinden Flüren und Diersfordt zusammen. Sie gründeten unter den Namen “BSV Grün-Weiß Flüren-Diersfordt” einen Fußballverein.

Der Landwirt Ernst Eberhard – unser verstorbener Ehrenvorsitzender – wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Zu seinem Stellvertreter wurde Fritz Mölleken – damals Bürgermeister von Diersfordt – bestimmt. Schriftführer wurde Willy Nakat und Kassierer Gerhard Tinnefeld.

Am 1.September 1949 fand die erste ordentliche Mitgliederversammlung “Am Jäger” in Diersfordt statt. Zugleich erfolgte die Anmeldung des neuen Vereins zum Westdeutschen Fußballverband.

Der “Sandkamp” das unmittelbar neben dem Ehrenfriedhof in Diersfordt gelegene Gelände, war als ständiger Sportplatz ungeeignet. Dem verstorbenen Bolko Graf von Stolberg-Wernigerode gebührt der Verdienst, dass neben dem “Jäger” an der B 8 ein neuer, ständiger Sportplatz entstand. Die erforderlichen Arbeiten wurden von den Bürgern beider Gemeinden ausgeführt. Die herrliche Lage dieses Sportgeländes mitten im großen Diersfordter Forst zog zahlreiche Besucher an.

1950/51 nahm der BSV erstmalig am offiziellen Spielbetrieb des Westdeutschen Fußballverbandes teil. Bereits damals konnten zwei Seniorenmannschaften, eine Jugendmannschaft und eine Schülermannschaft gemeldet werden. Die Anschaffung von Sportgeräten und Bekleidung wurde durch beide Gemeinden finanziell ermöglicht.

Die beiden ersten Jahre aktiver sportlicher Betätigung waren nicht leicht. Mangelde spielerische Routine und das Fehlen der erforderlichen Kondition verursachten eine Serie von Niederlagen. Es spricht für den Idealismus unserer damals aktiven Sportkammeraden, dass sie sich nicht unterkriegen ließen. Kameradschaft und Humor halfen über diese Durststrecke in der Folge hinweg. Der Lohn blieb dann auch nicht aus.

Seit 1952 trugen die Fußballvereine des damaligen Amtes Ringenberg (unser BSV, SV Bislkich, SV Hamminkeln und SV Ringenberg) am Himmelfahrtstag ein Pokal-Turnier aus. 1956 wurde unser BSV erstmals Pokalsieger! Dieser Erfolg konnte in den Jahren 1959 und 1961 wiederholt werden.

Zweimal wurde der Seniorenmannschaft der Fairniss-Preis des Westdeutschen Fußballverbandes verliehen.

Fritz Mölleken, der seit langen Jahren verstorbene zweite Vorsitzende, widmete sich in aufopfernder Weise der Jugendarbeit. Von Stefan Feldmann und Karl Mühlen, seinen Nachfolgern, übernahm Karl Pens 1953 dieses Amt. Mehrfache Gruppenmeisterschaften waren der Lohn für diesen Einsatz. Auch unseres damaligen ersten Vorsitzenden, Ernst Eberhard und seines Spielausschussobmannes, Willi Kleinpaß, muss hier Anerkennung und Dankbarkeit gedacht werden. Ohne sie hätte der BSV damals die schweren Anfangsjahre nach seiner Gründung kaum überstanden.

Die Seniorenmannschaft zog sich zu ihren Meisterschaftsspielen anfangs in der gräflichen Gärtnerei am Schloß in Diersfordt um. Das musste sich ändern. In gemeinsamer Arbeit errichteten die Sportkammeraden aller Jahrgänge 1961 ein hölzernes Umkleidegebäude am Sportplatz “Am Jäger”. Auch dieser Bau wurde durch viele großzügige Spenden ermöglicht. Er wäre aber nicht möglich gewesen, wenn nicht die gesamte Fußballmannschaft sich an seiner Errichtung beteiligt und neben dem Umkleidegebäude noch einen Waschraum mit Pumpe installiert hätte. Das alles gab es damals zum ersten Mal beim BSV.

Das Wintertraining fand – heute kaum zu glauben – im Saale der “Alten Post” statt. An den Wänden hingen noch viele gläserne Bierreklamen und historische Bilder der mitteralterlichen Großen der Stadt Wesel. Dabei war es nicht zu vermeiden, dass der Ball gelegentlich ein Schild traf und es krachend zu Boden fiel. Heute befindet sich dort der große Fest- und Konferenzsaal des Lokales “Art”.

Seit Anfang der 60er Jahre begann in der damaligen Gemeinde Flüren die Planung für eine Turnhalle und einen Sportplatz. Letzteren nannten wir, weil es auch seinem Aussehen entsprach “Waldstadion”. Das ganze begann mir der Wahl des Geländes. Ursprünglich war vorgesehen, den Sportplatz neben die damalige Puppenfabrik Kerkmann an der B 8 zu legen.

Aus Gründen des schwierigen Grundstückserwerbs und der zu geringen Größe des Geländes musste diese Planung aufgegeben werden. So traf die Wahl des jetzigen Gelände am Flürener Weg.

Aus Platzgründen kann nicht im einzelnen berichtet werden, wie die Errichtung des Waldstadions mit Umkleidegebäude und Platzwartwohnung bis zur Einweihung im Oktober 1965 vor sich ging. Das bleibt einer späteren Vereinschronik in Buchform vorbehalten. Erwähnt werden soll aber, dass ehrenamtliche Engagement, Gemeinsinn und Großzügigkeit das ganze Bauvorhaben begleiteten.Der Architekt – es war Werner Sackermann aus Wesel – verzichtete auf sein Honorar, die Bürger, meist Vereinsmitglieder – halfen bei der Anbringung der Umzäunung mit, und die Spenden flossen – jedenfalls nach damaligen Üblichkeiten – reichlich.

Am 09. und 10. Oktober war es so weit: das “Waldstadion” in Flüren wurde in einer Feierstunde unter Beteiligung der gesamten Bevölkerung, der zuständigen Behörden und der Bundeswehr seiner Bestimmung übergeben. Es gab damals Stimmen, die diese Sportanlage für übertrieben und vor allem für zu groß hielten. Sie sind in den späteren Jahren eines besseren belehrt worden.

Auch die Turnhalle spielte in den folgenden Jahren bis heute eine ganz entscheidende Rolle im Sportleben unseres Vereins.

Im Laufe des Jahres 1965 galt es nun, das sportliche Geschehen in unsere damaligen Gemeinde mit den bestehenden Sportanlagen zu koordinieren. Man war sich darüber einig, das gesamte Sportleben nun in einem Verein wirksam werden zu lassen.

Am 02. Juni 1965 wurden nacheinander im “GoldenenPflug” drei neue Abteilungen für Turnen, Leichtathletik und Tischtennis gegründet. Abteilungsvorsitzende – also sozusagen Gründungsleiter – wurden Frau Giesela Kirsching (Turnen), Heinz-Günther Ziegler (Leichtathletik) und Ludwig Moldenhauer (Tischtennis).

Am 09. Juni 1965 – wiederum im “Goldenen Pflug” am Flürener Marktplatz – fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung des bis dahin noch bestehenden Fußballvereins und der drei neugegründeten Abteilungen statt. Sie war der Meilenstein für den neueren Teil unserer Vereinsgeschichte.

Unter Aufsicht eines Notars wurde zunächst die Fusion des alten Vereins mit den neugegründeten Abteilungen beschlossen. Im zweiten Zug wurde eine Satzung verabschiedet. Sie ist fast unverändert heute noch in Gültigkeit. Im alten Kleid und mit einem neuen, erweiterten Körper, gab es von da an den Vierabteilungs- Verein BSV Grün-Weiß Flüren-Diersfordt e.V..

Der neue Verein wurde in das Vereinsregister beim Amtsgericht Wesel eingetragen.Nachzutragen wäre, dass die Versammlung mit großer Begeisterung und Einmütigkeit vonstatten ging.

Zum neuen Vorsitzenden wurde der Verfasser dieses Artikels einstimmig gewählt.

Der bisherige Vorsitzende des Fußballvereins, Ernst Eberhard, wurde ohne Gegenstimmen zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Ihm wurde für sein jahrelanges, selbstloses und erfolgreiches Wirken im Fußballverein von allen Anwesenden herzlich gedankt.

Vorsitzender der Fußballabteilung wurde Gerd Moshövel, unser langjähriger Vereinswirt am Flürener Markt. Allzu früh, bereits 1967, starb er. Sein Wirken für den Flürener Fußball wird unvergassen bleiben.

Der neue Vorstand des nunmehr vier Abteilungen umfassenden BSV bestand – dies sei zur Erinnerung hier festgehalten – aus folgenden Personen: Martin Fehr (2. Vorsitzender) Helmut Schulze (Geschäftsführer) und Klaus Koppers (Schatzmeister).

Der erste nach der Vereinssatzung gebildete Ältestenrat bestand aus: Peter Bender, Ernst Eberhard, Fritz Mölleken, Wilhelm Pollmann und Alois Wolters.

In den kommenden Jahren blieb der bisherige Sportplatz “Am Jäger” in Diersfordt dem BSV als Fußball-Trainingsstätten erhalten. Alle neu gegründeten Abteilungen begannen ihren Sportbetrieb. Erfolge blieben nicht lange aus.

In erster Linie wurde jedoch Wert auf den sog. Breitensport gelegt. Jeder Bürger, gleich welchen Alters, sollte die Möglichkeit haben, Sport um seiner Gesundheit Willen zu treiben.

Dr. Leo Pünnel (+) Ehrenvorsitzender

Bericht vom 31.07.1999 aus der Jubiläums-Festschrift – Fortsetzung folgt!